KULTURABBAU IM KULTUR-BEZIRK? NICHT MIT UNS!

Die Berliner Kulturszene ächzt unter den Kürzungen des Senats – in Neukölln spürt man sie jetzt schon deutlich. Die bezirklichen Kultureinrichtungen sind schon länger chronisch unterfinanziert: Bleibt es bei den Sparmaßnahmen von CDU und SPD werden etwa die Musikschule und die Kommunalen Galerien ihre Angebote noch weiter einschränken müssen.
Doch am stärksten trifft der schwarz-rote Kulturabbau all jene Künstler*innen und Kreativen, die sich als Freischaffende und Solo-Selbstständige schon in der Vergangenheit nur mühsam über Wasser halten konnten. Von denen leben und arbeiten besonders viele in Neukölln. Sie alle machen den Bezirk und die Stadt aus – und sind damit der eigentliche Garant für die internationale Anziehungskraft der Kulturmetropole Berlin. Ausgerechnet hier, bei den Schwächsten im Kulturbetrieb, setzt der Senat seinen Rotstift an: durch die Abwicklung von Förderprogrammen, die Streichung von Mindesthonoraren und vor allem durch seine drastischen Kürzungen beim künstlerischen Arbeitsraumprogramm. Die konkreten Auswirkungen: Atelierhäuser wie in der Karl-Marx-Straße stehen vor dem Aus, Musiker*innen finden keine bezahlbaren Proberäume, freie Theaterschaffende keine Aufführungsorte mehr.


Stoppt den Ausverkauf der Kulturmetropole
Mit jedem dieser Orte geht ein Stück kultureller Infrastruktur verloren, werden Künstler*innen ihres Arbeitsplatzes und damit auch ihrer Lebensgrundlage beraubt. Der Ausverkauf macht selbst vor öffentlichen Kultureinrichtungen nicht halt, wie die Geschichte der Alten Post und Jugendkunstschule zeigt.
Aber Kultur ist kein Luxusgut! Sie ist ein Teil der öffentlichen Grundversorgung, sozialer Ort und Raum für Begegnung, Bildung und Teilhabe. Wer bei der Kultur kürzt, trifft damit die Zukunftsfähigkeit und den Zusammenhalt der ganzen Gesellschaft. Die größten Leidtragenden sind all jene, die ohnehin über kein materielles Sicherheitsnetz verfügen: Die Freie Szene, migrantische und queere Communities, kleine Kulturorte und Kollektive, die oftmals seit Jahren kulturelle Teilhabe vor Ort und zugleich künstlerische Innovation ermöglichen.
Wir Grüne kämpfen für eine Kulturpolitik für Alle: Wir wollen die Neuköllnkulturelle Grundversorgung sichern, die Förderung von Künstler*innen weiterentwickeln und für eine faire Entlohnung von Kulturschaffenden sorgen. Denn die Zukunft der Stadt entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam kreativ sind.

 

Christina Hilmer-Benedict, Co-Vorstandssprecherin der Grünen Neukölln. Foto: Dora Csala
Daniel Wesener, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Foto: Vincent Villwoc

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