
Am 08.11.2025 haben die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln auf ihrer Mitgliederversammlung die Direktkandidat*innen für die Berlinwahl 2026 nominiert. Für den Wahlkreis 1 tritt André Schulze an, im Wahlkreis 2 wird Bahar Haghanipour kandidieren, im Wahlkreis 3 Christina Hilmer-Benedict, im Wahlkreis 4 Philmon Ghirmai, im Wahlkreis 5 Jan Stiermann und im Wahlkreis 6 Asiye Bilir. Diese Aufstellung spiegelt die Vielfalt Neuköllns wider: unterschiedliche Perspektiven, politische Erfahrungen, persönliche Geschichten – verbunden durch das gemeinsame Ziel, unsere Kieze gerechter, solidarischer und klimafreundlicher zu gestalten.
In seiner Rede machte André Schulze deutlich, worum es in dieser Wahl politisch geht. Er kritisierte die Politik des aktuellen Senats scharf und sagte: „Seit die CDU in Regierungsverantwortung ist, wird der Radwege-Ausbau gestoppt, Kiezblock-Finanzierung ausgesetzt und die Verkehrssicherheit zusammengestrichen.“ Die Haushaltspolitik des Senats bezeichnete er als „organisierten Klassenkampf von oben“ und zog daraus einen klaren Schluss: „Dieser unsoziale Senat gehört am 20. September 2026 abgewählt und Kai Wegner aus dem Roten Rathaus geschmissen.“
Bahar Haghanipour stellte in ihrer Bewerbung die Mietenfrage in den Mittelpunkt. „Wohnen ist die soziale Frage in Neukölln“, sagte sie – und sprach von Familien, die in 2-Zimmer-Wohnungen leben, weil bezahlbarer Wohnraum fehlt. Sie betonte: „Wir Grünen wollen eine Mietenpolitik für die Menschen und nicht für die Konzerne.“ Ebenso machte sie deutlich, dass das Tempelhofer Feld nicht bebaut werden darf: „Das ist eine Oase für die Menschen, aber auch für Tiere und Pflanzen. Den Schwarz-roten Irrsinn müssen wir stoppen!“
Christina Hilmer-Benedict sprach über Neukölln als Ort des Zusammenhalts und über die Rolle von Kultur, Teilhabe und Bildung. „Neukölln bringt so viele Menschen zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und ist trotzdem ein Zuhause für alle.“ Kultur sei dabei keine Nebensache, sondern „der weit hörbare Herzschlag dieser Stadt“, der Austausch, Vielfalt und Veränderung ermöglicht.
Für Philmon Ghirmai steht soziale Gerechtigkeit im Zentrum seiner Kandidatur. Sein Wahlkreis, sagte er, sei „Neukölln in klein“ – vielfältig, lebendig, aber von steigenden Mieten und hohen Lebenshaltungskosten betroffen und besonders verwundbar im Klimawandel. Über die Landesregierung meinte er: „Mit ihrer Kürzungspolitik macht sie das Leben für viele Menschen noch schlimmer. Wer Verantwortung trägt, der muss sie auch wahrnehmen. Und wenn er das nicht will, dann muss er Platz machen für andere.“
Jan Stiermann betonte die Verantwortung, Spaltung und Hetze entschieden entgegenzutreten: „Gerade hier in Neukölln […] müssen wir Grüne zeigen: Wir lassen nicht zu, dass Spaltung und Rückschritt die Oberhand gewinnen!“
Asiye Bilir hob die Bedeutung von lokaler Verbundenheit hervor: „Engagement ist etwas, wovon Rudow lebt. […] Rudow braucht die Menschen, die gemeinsam Gruppen und Initiativen bilden und mit ihren Ideen Rudow zu dem Ort machen, der er ist.“
Mit dieser Aufstellung gehen wir voller Kraft in die Vorbereitung der Berlinwahl. Neukölln bleibt solidarisch, vielfältig und laut. Und wir kämpfen dafür – gemeinsam.
Mit der Nominierung geht zugleich der Abschied einher: Susanna Kahlefeld und Daniel Wesener werden bei der kommenden Wahl nicht erneut kandidieren.
Susanna hat sich im Abgeordnetenhaus über viele Jahre mit großer Konsequenz für echte Bürger*innenbeteiligung eingesetzt und war eine der zentralen Stimmen für den Erhalt des Tempelhofer Feldes. Sie hat Räume für demokratische Teilhabe geöffnet und Beteiligung praktisch gemacht – zugänglich, ernst gemeint, und verbindlich.
Daniel hat als Sprecher für Kulturfinanzierung dafür gearbeitet, dass Kultur in Berlin nicht nur existieren kann, sondern gestaltet, frei und lebendig bleibt. Seine Arbeit für die freie Szene, für Kulturorte in der Nachbarschaft und für faire Bedingungen für Kulturschaffende wirkt weit über Neukölln hinaus.
Wir danken Susanna und Daniel von ganzem Herzen für ihren Einsatz!

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