Gleiche Hitze, ungleiche Last: Hitzeschutz braucht feministische Perspektiven

Grafik: Freepic

Hitzewellen zählen zu den größten Naturkatastrophen unserer Zeit. Ältere Menschen, vor allem solche über 75 Jahre, Frauen und Menschen mit chronischen Krankheiten gehören zu den am stärksten gefährdeten Personen, wenn die Temperaturen über 30 °C steigen. Gender, Alter und körperliche Konstitution sind drei Einflussfaktoren dafür, wie sich die Klimakrise auf Menschen auswirkt. 

Dazu kommen unter anderem rassistische Diskriminierung, geografischer Standort und sozioökonomischer Hintergrund. Klimapolitik braucht feministisch-intersektionale Perspektiven – auch und gerade in Neukölln. Denn in unserem Bezirk leben viele Menschen, bei denen sich unterschiedliche soziale Kategorien überlappen, die zu Mehrfachdiskriminierung und größerer Belastung führen. Auch hier sind es Frauen*, die besonders stark von Hitzewellen bedroht sind: Sei es, weil sie mehr FreepicStrecken für Versorgungen zurücklegen und sich dabei eher zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr bewegen. Oder weil sie einen Großteil der unbezahlten und bezahlten Pflege- und Sorgearbeit übernehmen, in Wohnungen und Gebäuden leben und arbeiten, die schlecht isoliert und ohne Abkühlung sind. Die Klimakrise betrifft uns alle, aber nicht alle gleich. Darum braucht es feministisch-intersektionale Antworten in Neukölln.

Heike Gleibs und Amalia Roth, Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen Neukölln und Sprecherinnen der AG Feminismus.
Dieser Artikel ist Teil des Neuköllner Stachels Nr. 199, Ausgabe II/2025

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