
Die Bundesregierung versagt bei Klimaschutz und Klimaanpassung
Jahr für Jahr werden in Deutschland neue Hitzerekorde aufgestellt, gleichzeitig steigt die Anzahl der Hitzetoten. Auch hier in Deutschland zeigen sich mehr und mehr die tödlichen Folgen der Klimakrise. Allerhöchste Zeit also für wirksamen Klimaschutz! Das wäre die richtige Schlussfolgerung, doch die Bundesregierung aus Union und SPD macht das exakte Gegenteil:
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Friedrich Merz stellen offen die Klimaziele in Frage, diese seien nicht „der Realität angepasst“. Dabei wäre die einzig richtige Anpassung an die Realität mehr Klimaschutz. Stattdessen arbeitet die Bundesregierung auch ganz konkret an der Unterstützung der fossilen Industrie: So sollen Milliardenbeträge für Gasprojekte genutzt werden, die eigentlich für den Klimaschutz vorgesehen waren. Und nicht zuletzt werden die Gasbohrungen vor Borkum und in der Nähe des Ammersees vorangetrieben, die auch für die Umwelt vor Ort ein Desaster wären. Weil der Klimawandel aber bereits jetzt zu extremen Wetterverhältnissen führt, müssen auch die Auswirkungen der Hitze soweit es geht abgemildert werden. Wir wollen darum gesetzlich verankern, dass Arbeitgeber ab 26 Grad geeignete Maßnahmen ergreifen müssen, die gute Arbeitsbedingungen sichern. Ob Wasser, Schatten oder Pausen im Kühlen. Wenn sich Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber weigern, sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei bekommen. Denn gute Arbeit kann nur mit einem kühlen Kopf geleistet werden.
Andreas Audretsch, Mitglied des Deutschen Bundestages
Dieser Artikel ist Teil des Neuköllner Stachels Nr. 199, Ausgabe II/2025

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