„Sehr schönes Wetter“

So nennt FDP-Chef Dürr die Juli-Hitzewelle. Cool, im klimatisierten Büro. Hohn für Menschen in aufgeheizten Wohnungen, auf unbeschatteten Gehwegen im heißen Neukölln. Neulich am Hermannplatz: Touristinnen ächzten, sie wollten dem heißen Süden entkommen – und landen in einem Berlin, noch wärmer als Rom. Laut Prognosen wird Berlins Klima in wenigen Jahrzehnten dem italienischer Städte gleichen (https://fitzlab.shinyapps.io/cityapp/). Nur, während schon früher Städte in Südeuropa an Hitze angepasst gebaut wurden – mit Schatten, Wasser, Rückzugsorten – asphaltiert sich Berlin weiter zu. Der schwarzrote Senat konterkariert Klimaanpassung aktiv – mit massiven Kürzungen in diesem Bereich. Ein Brandbrief der BezirksbürgermeisterInnen protestiert, da Streichung von Mitteln für Grünpflege, Parkmanagement und Stadtbäume – die grünen Kühlanlagen unserer Kieze – die Lebensqualität in den Bezirken massiv einschränken wird. Wer sich keine kühle Wohnung leisten kann, bleibt somit in der Hitzefalle. Die Kürzungen von heute schaffen die Hitzeinseln von morgen – je mehr Zeit verstreicht, desto mehr wird es in Zukunft kosten. Klar ist, Klimaanpassung ist alternativlos, lasst sie uns nicht verdampfen! Alles was grün ist, kühlt unsere Stadt – sozial gerecht, öffentlich zugänglich, nachhaltig. Unsere Antwort auf Verharmlosung und schwarzrote Kürzungen: Mehr entsiegeln, mehr Grün. In Parks und Straßen, auf Dächern und Fassaden. Nicht irgendwann, die Zukunft ist jetzt!

Eure AG Klima & Umwelt

Dieser Artikel ist Teil des Neuköllner Stachels Nr. 199, Ausgabe II/2025

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