Kiezblocks sind ein Konzept für lebenswerte Stadtviertel. In mehreren Berliner Bezirken wurden erste Projekte bereits umgesetzt. In vielen Kiezen gibt es spürbare Verbesserungen – und am Beispiel Reuterkiez zeigen offizielle Zahlen: Auch messbar erhöht sich die Verkehrssicherheit. Trotzdem hat der schwarz-rote Senat die weitere Finanzierung gestoppt.
Was bringt ein Kiezblock?
- Weniger Durchgangsverkehr: Kiezblocks unterbrechen gezielt die Schleichrouten durch Nebenstraßen. So bleibt der Durchgangsverkehr auf den Hauptstraßen, wo er hingehört.
- Mehr Sicherheit: Im Reuterkiez sind 2024 die Verkehrsunfälle um 40 % zurückgegangen, es gab keine Schwerverletzten mehr, und auch der Sachschaden sank deutlich. Die Maßnahmen wirken – sicherere Straßen für alle.
- Mehr Aufenthaltsqualität: Weniger Lärm, weniger Abgase – mehr Raum für Begegnung. Wohnstraßen werden wieder zu Orten der Nachbarschaft, wo man sich gerne aufhält.
- Besser fürs Klima: Weniger Autoverkehr heißt weniger CO₂, bessere Luft und ein Beitrag gegen städtische Überhitzung – gerade in Zeiten der Klimakrise ein wichtiger Schritt.
Welche Folgen hat der Senatsstopp?
- Bevormundung der Bezirke: Der Senat greift mit seinem Finanzierungsstopp direkt in die Planungshoheit der Bezirke ein – obwohl die Kieze vor Ort selbst wissen, was sie brauchen.
- Verkehrssicherheit wird ausgebremst: Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen wie Neukölln gefährdet der Stopp wirksamer Maßnahmen die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen – dabei zählen Kiezblocks zu den wenigen Ansätzen mit belegbarem Effekt auf die Verkehrssicherheit.
- Klimaschutz? Nebensache: Statt zukunftsfähige Mobilitätskonzepte zu fördern, setzt der Senat auf Stillstand – und verpasst die Chance, den städtischen Verkehr klimafreundlicher zu gestalten.
Mehr zum Thema Kiezblocks am Beispiel Reuterkiez findet ihr hier. Dieser Artikel ist Teil des Neuköllner Stachels Nr. 199, Ausgabe II/2025

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